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Schemata

Gelingt es den Eltern (oder den care giving persons) nicht – aus welchen Gründen auch immer -, dem Kind auf diese Grundbedürfnisse förderliche Reaktionen zu zeigen, entstehen Schema:

  • fehlende Schutzerfahrung lässt Gefühlsmuster von Verlassenheit und Scham entstehen,
  • verhinderte Möglichkeiten von Spontaneität bewirkt die Internalisierung überhöhter Standards und Ansprüche an die eigene Person,
  • nicht geförderte Autonomie lässt Abhängigkeiten und Verstrickungen entstehen,
  • ausbleibende Unterstützung im realistischen Umgang mit Grenzen verhindert eine ausreichende Selbstkontrolle.

Modellhaft, d. h. nicht jeweils am Einzelfall erhoben, wohl aber deduktiv richtungsweisend, werden in der Schematherapie wesentliches Elternverhalten, dazu entsprechende emotionale Schemata sowie daraus resultierendes Verhalten / Kognitionen beim Kind zusammengestellt, so zum Beispiel: 

Scham - Elterliches Herabsetzen des Kindes lässt bei diesem Scham entstehen sowie dann folgend die Überzeugung, nicht in Ordnung oder an allem schuld zu sein, so dass sozialer Rückzug und das Ertragen von unguten Beziehungen wahrscheinlich werden, verbunden mit einer gehemmten Entwicklung von lediglich einseitigen Fähigkeiten.

Aufopferung - gegenüber überforderten Eltern übernehmen Kinder (zu) früh schon elterliche Aufgaben in der Überzeugung, nur so die Familie (und damit die eigene Sicherheit) „zu retten“, so dass eigene Bedürfnisse zurück genommen und enge tiefe Beziehungen gemieden werden, wohl aber Enttäuschung oder Kränkung entstehen, wenn die eigene Leistung ohne soziale Anerkennung bleibt. 

Die Schemata werden jeweils beschrieben durch verschiedene Aspekte

  • das Elternverhalten
  • begleitende Kognitionen des Kindes bzw. des späteren Erwachsenen
  • Erduldung von unguten sozialen Verhältnissen / Beziehungen
  • Vermeidungsverhalten
  • (innerer) Kompensation von Bedürfnissen und Erwartungen
Die Schemata bestimmen das Verhalten, Denken und Empfinden eines Menschen, so die Theorie, dauerhaft und hintergründig, d.h. sie sind für den/die Betroffenen nicht augenfällig und gut erkennbar. So bedarf es im therapeutischen Prozess der aufklärenden Analyse, welches Schema jeweils bestimmend resp. vorherrschend ist. Analysiert werden dabei die vorgenannten Aspekte „Elternverhalten“ (im früheren Erleben oder im gegenwärtigen Tun gegenüber eigenen Kindern),  „Kognitionen“,  „zwischenmenschlichen Beziehungen“, „Vermeidungsverhalten“ und möglichen „Kompensationen“.