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Tiefenpsychologie & tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Die "Tiefenpsychologie" wird heute als fokussierte und kürzere Form der Psychoanalyse angesehen. Dabei wird ein zentraler Konflikt im Leben des Patienten / der Patienten bearbeitet. In der Fortbildung Psychoanalyse (Frankfurt am Main / Hessen) werden Funktion und Techniken dieser fokussierten Vorgehensweise vorgestellt. Sowohl in beratenden (Coacing/Beratung) und helfenden Berufen als auch in der psychotherapeutischen Praxis können die tiefenpsychologisch fundierten Techniken schnell und produktiv Anwendung finden. 


Zur Geschichte der Tiefenpsychologie

Der Begriff „Tiefenpsychologie“ wurde 1910 erstmals von dem berühmten Psychiater Egon Bleuler geprägt und als zusammenfassende Beschreibung der Freud’schen Psychoanalyse verwandt.

Nach Studien über die Wirksamkeit der Psychoanalyse wurde diese seit 1967 als Heilverfahren anerkannt und deren Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Mit der Anerkennung durch die Krankenkassen wurde auch die „tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie“ eingeführt, ein auf psychoanalytischer Grundlage kürzeres Behandlungsverfahren.


Tiefenpsychologie und Psychoanalyse: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie fokussiert aktuell greifbare Konflikte und Leiden, ohne dabei die Ansprüche der Psychoanalyse aufzugeben, das Unbewusste assoziativ zu erkunden. Im Unterschied zur Psychoanalyse wird die Therapie nicht in klassischer Form mehrfach wöchentlich im Liegen durchgeführt, sondern etwa einmal die Woche, wobei sich TherapeutIn und PatientIn/KlientIn vis à vis gegenüber sitzen.

Der Verlauf dieser Tiefenpsychologie ist, anders als die Psychoanalyse, zeitlich auf maximal 100 Std. bzw. 2 bis 3 Jahre begrenzt. - Als moderne Form der Psychoanalyse entspricht die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie damit den sozialen Möglichkeiten und gegenwärtigen Lebenswelten vieler PatientInnen/KlientInnen. Im Gegensatz zur Psychoanalyse werden also nicht alle Beziehungs- und Entwicklungsthemen des/der PatientIn bzw. KlientIn eingehend bearbeitet. Primäres Therapieziel der Tiefenpsychologie ist die Überwindung eines konkreten Leidens, das zur Therapie führte. Die Tiefenpsychologie bzw. die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie verbindet überdies klassische psychoanalytische Therapieansätze mit stützenden Elementen, übenden Techniken und imaginativen Verfahren.

Trotz der Unterschiede zwischen Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierter Therapie überwiegen die Gemeinsamkeiten, die beide Verfahren verbindet, so etwa die Erkärungs- bzw. Krankheitsmodelle, so vor allem aber die Mitte der therapeutischen Arbeit, also das Klären und Deuten wesentlicher Erlebens- und Erfahrungsmuster. Die psychoanaltische Haltung, das Klären und Deuten zielen darauf ab, besondere Reifungs- und Beziehungserfahrungen zu ermöglichen, die von neurotischen Belastungen befreit sind. Insgesamt geht es in den psychoanalytischen Therapien darum, Nachhaltigkeit durch Selbsterkenntnis und- erfahrung zu erreichen, so dass therapeutische Nachwirkung und persönliche Reifung auch nach Therapieende weiter gelingen kann.