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Praxis für Psychotherapie

Nach erfolgreicher Überprüfung erteilt das Gesundheitsamt die Erlaubnis, als Heilpraktiker (in) - eingeschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie - tätig zu sein. mit dieser Therapieerlaubnis wird es möglich, eine eigene Praxis für Psychotherapie zu eröffnen.

Mehrere Aspekte allerdings stehen einer solchen Praxiseröffnung häufig im Weg - zum einen unbeantwortete Fragen zu rechtlichen Belangen und zum anderen eigene Zweifel, eigenständig psychotherapeutisch tätig sein zu können.

Über die formalen und rechtlichen Belange wird viel und zum Teil diffus gesprochen; dabei stehen im Kern zumeist wenige Fragen im Vordergrund, etwa: was ist bei der Selbstdarstellung und Werbung zu beachten, welche Auflagen gelten für die Praxisräumlichkeiten? Ausführlich dazu siehe Beruf und Recht.

Der Zweifel, eigenständig psychotherapeutisch tätig sein zu können, entsteht in der Regel aus dem grundsätzlichen Respekt vor der therapeutischen Zuwendung zu Menschen. Ein solcher Zweifel und ein solcher Respekt sollte eine(n) gute(n) Therapeut(in) lebenslang begleiten - denn auch Erfahrung entläßt den (die) Therapeut(in) nicht aus der ständigen Aufgabe, das jeweils Besondere des (der) Patient(in) immer wieder neu zu erfragen und zu verstehen.

Fehlende therapeutische Erfahrung kann und sollte nicht davon abhalten, therapeutische Erfahrung zu suchen und zu machen. Schon der nicht-therapeutische Umgang in aller menschlichen Begegnung birgt im Ansatz immer auch therapeutische Elemente. Allerdings helfen psychotherapeutische Techniken, die eigenen Interventionen einschätzen zu können und auch einen Therapieverlauf zu leiten bzw. zu verantworten. Vor allem verhelfen therapeutische Techniken dazu, eigene psychische Themen besser zu erkennen und kontrolliert im psychotherapeutischen Prozess einfließen zu lassen. Vor einer Praxiseröffnung sollte eine Ausbildung in einem psychotherapeutischen Verfahren stehen. Allerdings macht es Sinn, nach einem oder zwei Jahren Ausbildung erste therapeutische Tätigkeit zu übernehmen und zu verantworten. Werden die Ausbildungszeiten zu sehr gedehnt, kann davon sowohl die Ausbildung als auch die spätere Praxis belastet werden.

Am Anfang und im Zentrum der Psychotherapie steht das Gespräch: die Grundausbildung Psychotherapie führt in die tiefenpsychologischen, hypnotischen, verhaltenstherapeutischen und systemischen Aspekte eines jeden psychotherapeutischen Gespräches ein. In der Fortbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie wird insbesondere der Umgang mit Übertragungen und die Lösungen von inneren, oft tief einsitzenden Konflikten geschult. Zusätzlich bieten spezielle Weiterbildung (Traumatherapie u.a.) die Möglichkeit, weitergehende Interventionsformen zu erlernen und dabei das eigene therapeutische Wissen zu vertiefen.